H.P. Hlavka - Lausanne

18.09.2019

Liebe Triathlon- und Sportsfreunde, und solche die es noch werden wollen!

H.P. Hlavka - Lausanne

Am 01.09. 2019 wurde für mich ein lange gehegter Traum Wirklichkeit. Ich durfte bei den Triathlon Weltmeisterschaften in Lausanne am Genfer See starten, und zwar in der Standarddistanz. Das bedeutet 1500 m Schwimmen, 40 km Radfahren, und 10 km Laufen.

In meiner Klasse waren sage und schreibe 50 Athleten aus der ganzen Welt am Start!

Doch nun zu den einzelnen Disziplinen:

Das Schwimmen fand im Genfersee in Form eines Rundkurses gegen den Uhrzeigersinn statt.
Da das gesamte Starterfeld ungefähr 2000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen umfasste, wurde in 30 Wellen im Abstand von ca. 3 Minuten gestartet.
Ich befand mich in der Welle 23, gemeinsam mit allen Männern im besten Alter von 70 bis 85 Jahren. Neopren war verboten, weil Wasser zu warm.
Und die Wellen waren sehr hoch und spielten eine große Rolle.
Da ich nicht ein Spiel der Wellen werden wollte, entschied ich mich für die Brustlage. Damit war ich besser in der Lage gegen die Wellen anzukämpfen und den direkten Kurs zu halten. Die Entscheidung war vorerst richtig, ich lag nach dem Schwimmen im Mittelfeld.

Aber beim Radfahren musste ich der Brustlage Tribut zollen: Ich war nicht in der Lage in Aeroposition auf dem Aufleger zu fahren, da meine Nackenmuskulatur total verkrampft war. Dass ich dadurch nicht gut aufgelegt war, kann man sich wohl vorstellen. Das hat mir gut und gerne ca. 5 Minuten Zeitverlust eingebracht.
Die Radstrecke war nicht gerade einfach. In den 2 Runden waren ungefähr 400 Höhenmeter zurückzulegen, die Abfahrten waren sehr schnell und gefährlich, es wartete am Ende der Abfahrtspassagen jedesmal eine 90 Grad Kurve. Gefährlich auch deshalb, weil einmal ein Zuseher knapp vor mir die eigentlich gesperrte Straße überquerte, gerade als ich mich todesmutig mit 70 km/h die Straße hinunterstürzte. Gott sei dank stürzte ich nicht, ich schrie dem Wahnsinnigen ein lautes "Trottel" zu, aber er hat mich wohl nicht verstanden (französische Schweiz).

Der Wechsel vom Radfahren zum Laufen ist mir sehr gut gelungen. Aber wer jetzt glaubt, die Laufstrecke war flach, hat sich getäuscht. In den 2 Laufrunden waren wieder 4 knackige Anstiege zu bewältigen, welche teilweise für mich nur im flotten Gehmodus zu bewältigen waren. In der 1. Laufrunde überholte mich ein Engländer namens Walker.
Ich dachte mir, wie kann man nur Walker heißen und so schnell laufen? Aber in der 2. Runde konnte ich Mr. Walker zurücküberholen. Aber nur, weil er ein muskuläres Problem hatte. Wenigstens machte er diesmal seinem Namen alle Ehre. Aller Ehren wert waren auch die tausenden Zuschauer, sie spendeten tosenden Applaus und riefen mir begeistert Austria, Austria zu, während ich dem Ziel zu lief. Die Endzeit, die ich im Ziel ablieferte, riss mich zwar zu keinen Begeisterungsstürmen hin, aber ich war zufrieden und erleichtert, diesen schweren, einer Weltmeisterschaft sehr würdigen Triathlon mit Anstand und Würde absolviert zu haben.

Nun noch zu den nackten Fakten:

Gesamtzeit: 03:13:09 Stunden.

21. Platz von 50 Startern in meiner Altersklasse.

1066. Platz insgesamt von ca. 1200 männlichen Athleten.

Bleibt mir weiterhin gewogen und jusque a la prochaine fois (soll heißen: bis zum nächsten Mal)

Euer Hans Peter Hlavka